handshake-16112020

Betriebsanweisung

Die Information über innerbetriebliche Gefahren.

Was ist die Betriebsanweisung

Die Betriebsanweisung ist die schriftliche Anordnung an Ihre Beschäftigten über die arbeitsplatz-, tätigkeits- und stoffbezogenen Verhaltensregeln.
Sie legt fest, welche Schutzmaßnahmen im Hinblick auf potenzielle Gefährdungen für Mensch und Umwelt im Umgang mit:

    • Maschinen
    • technischen Anlagen
    • Arbeitshilfsmitteln
    • biologischen Arbeitsstoffen
    • Gefahrstoffen, inklusive deren Zubereitungen

verbindlich anzuwenden und einzuhalten sind.
Die Betriebsanleitung beschreibt auch die verbindliche Vorgehensweise:

    • im Gefahrenfall
    • zur Leistung Erster Hilfe
    • zur Entsorgung von Gefahrstoffen

Sie kann auch als Grundlage und Leitfaden für die Unterweisung herangezogen werden.

Was ist das Ziel der Betriebsanweisung

In der Gefährdungsbeurteilung erkannte Gefährdungen inklusive der entsprechenden Schutzmaßnahmen werden in der Betriebsanweisung an die Beschäftigten in verständlicher und angemessener Form weitergegeben.
Die Betriebsanweisung ist somit die verpflichtende Vorgabe an das tätigkeitsbezogene Verhalten der Beschäftigten, um Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit im Unternehmen dauerhaft sicherzustellen.
Kann eine Gefährdung nicht durch Substitution, technische Schutzmaßnahmen oder Änderung des Arbeitsverfahrens ausgeschlossen werden, muss das Verhalten der eingesetzten Werker trainiert werden auf den qualifizierten und sicherheitsgerechten Umgang.

Nicht nur Ihre Beschäftigten unterliegen dem Gefahrenpotenzial durch mögliche Unfälle, Gesundheitsgefährdungen, Brandgefährdungen, Verpuffungs- Explosionsgefährdungen.

    • Haben Sie potenzielle Neukunden gewonnen, die Ihre Produktion kennenlernen wollen?
    • Sind Begehungen geplant?
    • Stehen Audits (1st Party-, 2nd Party- und 3rd Party Auditor) an?
    • Sind externe Dienstleister in Ihrem Unternehmen eingesetzt?
    • Was machen die Fahrer Ihrer Zulieferer bei Wartezeiten oder während der Wareneingangskontrolle?

Wer erstellt die Betriebsanweisung

Immer dann, wenn Beschäftigte in der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit gefährdet sind, hat der Unternehmer die Verpflichtung, eine Betriebsanweisung zu erstellen. Er kann sich beraten lassen von der Fachkraft für Arbeitssicherheit, einem Betriebsarzt, den Umweltbeauftragten und externen Fachleuten. Der Betriebsrat hat bei der inhaltlichen Gestaltung ein Mitbestimmungsrecht.
Der Unternehmer kann das Erstellen der Betriebsanweisung delegieren.
Mit der Unterschrift des Erstellers wird die Anweisung verbindlich.

Von mir erstellte Betriebsanweisungen

    • Liegen in schriftlicher oder digitaler Form vor.
    • Haben einheitliches Layout, um den Wiedererkennungsfaktor zu gewährleisten.
    • Berücksichtigen bei der Ausarbeitung das Sprachniveau der Beschäftigten.
    • Zeigen am Seitenrand angeordnete Warn-, Gebots- und Rettungszeichen (ASR A1.3) erhöhen den Informationswert und unterstützen das schnelle Erfassen von Tragegeboten oder Gefahrenhinweisen.

Inhalt und Gliederung meiner Betriebsanweisungen geben Folgendes wieder:

    • Anwendungsbereich
    • potenzielle Gefährdungen für Mensch und Umwelt
    • Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln
    • Verhalten bei Störungen
    • Verhalten bei Unfällen, Erste Hilfe, Notrufnummer
    • Sachgemäße Entsorgung / Instandhaltung
    • Folgen der Nichtbeachtung

Betriebliche Abläufe unterliegen Änderungen und Anpassungen.
Das schnelle umsetzen der neuen / geänderten Anforderungen in die Betriebsanweisung inklusive die Information an die betroffenen Beschäftigten sehe ich als unbedingte Voraussetzung für sichere Arbeitsabläufe.
Einer Überarbeitung der Betriebsanweisung folgt auch die Prüfung und ggf. Überarbeitung der Gefährdungsanalyse und umgekehrt.

Wissenswertes

Eine Betriebsanweisung ist ein Instrument des Arbeitsschutzes. Sie ist nicht geeignet, betriebsorganisatorische Regelungen festzuhalten oder mitzuteilen. Hierfür sind Arbeitsvertrag oder Betriebsvereinbarung maßgeblich.

Ein Sicherheitsdatenblatt ersetzt nicht die Pflicht, eine Betriebsanweisung über den Umgang mit einem Arbeitsstoff oder einer Zubereitung zu erstellen.
Bei einer Maschine oder einem Arbeitshilfsmittel kann es genügen, das die beiliegende Betriebs oder Gebrauchsanleitung genutzt werden kann, wenn diese alle sicherheitsrelevanten Informationen enthält und in verständlicher Form und Sprache an geeigneter Stelle zur Verfügung gestellt ist. Eine gesetzliche Grundlage, nach der eine Betriebsanweisung erst mit der Unterschrift des Unternehmers verbindlich wird, ist mir nicht bekannt.

Laut § 22 BetrSichV begeht eine Ordnungswidrigkeit, wer eine Betriebsanweisung nicht, nicht richtig, unvollständig oder nicht rechtzeitig zur Verfügung stellt.

Stellt ein Unternehmen nicht sicher, das die Beschäftigten freien Einblick in die für Ihre Tätigkeit relevante Betriebsanweisung haben, können Bußgelder bis 50.000 € verhängt werden.